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Unsere
Arbeitsbereiche:
Reflexionen über
Kommunikation:
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Erfolgreicheres
Technologie-Business dank effizienter Kommunikation
von
Hans R. Moning, Dr. sc. techn. ETH, dipl. PR-Berater BR/SPRG
Warum
sind gewisse technische Produkte auf dem Markt erfolgreicher als andere,
die bei objektiver Betrachtung nicht als schlechter
zu bewerten sind? Warum scheitert die Realisierung gewisser technologischer Projekte an politischen Widerständen, während andere,
ohne dass je eine fundierte Technikfolgenabschätzung vorgenommen wurde,
auf breite Akzeptanz stossen? Die Gründe sind nicht in der Realität zu
suchen, sondern in den Köpfen von Menschen, die entscheiden,
mitentscheiden oder auf Entscheidungen Einfluss nehmen. Ausschlaggebend für
Akzeptanz oder Ablehnung ist das Parallelogramm der anziehenden Kräfte
wie Nutzen- und Gewinnerwartungen sowie der abstossenden Kräfte wie subjektive Bewertung der
Kosten und subjektive Einschätzungen von Risiken. Die Konstellation
dieser Kräfte bildet und wandelt sich unter dem Einfluss des persönlichen
Erlebens und der direkten Wahrnehmung sowie durch Kommunikation im sozialen Umfeld. Sind die Gelegenheiten oder
auch die Fähigkeiten zur Urteilsbildung aus eigener Anschauung eingeschränkt,
gewinnt die Kommunikation – persönliche und Medienkommunikation – an
Gewicht.
Erfolgsverhindernde
Kommunikationsdefizite
Akzeptanz
ist für ganze Technologiesparten und Forschungsbereiche – wie
beispielsweise Kernenergietechnik oder Gentechnologie - von existenzieller
Bedeutung. In den Publikumsmedien vernimmt die Bevölkerung beispielsweise
wenig über die zahlreichen in der Schweiz erzielten technologischen
Spitzenleistungen – ganz im Gegensatz zu oft bescheidenen Leistungen auf
andern Gebieten. Wenigen Schweizerinnen und Schweizern ist bekannt, dass
in unserem Land zahlreiche Unternehmen und Forschungsinstitutionen
Technologien entwickeln und technische Produkte fertigen, die im
internationalen Vergleich an vorderster Front der Entwicklung
einzuordnen
sind. Dieses schlecht genutzte Kommunikationspotenzial, in
zielgruppengerechte Botschaften umgesetzt, wäre geeignet, das Ansehen unseres Landes als Technologie-Standort nachhaltig zu
fördern und die Nation aus der verbreiteten Resignation herausführen.
Doch die Schuld für die ungenutzten Chancen allein den Medien zuzuweisen,
bringt uns nicht weiter. Mehr erwarten können wir von einer
selbstkritischen Betrachtung.
Unterschätzte
Bedeutung der "Softfactors"
Einer
vorwiegend rationalen, sachorientierten Denkweise und Argumentation
verpflichtet, neigen Technologieschaffende oft zur
Vernachlässigung psychologischer Aspekte. Parallel zur technologischen
Entwicklung nimmt aber die Bedeutung psychologischer Faktoren in allen
Gesellschaftsbereichen zu. So wird es bei sich immer rascher ablösenden
und zunehmend komplexeren Technologien immer schwieriger, die für die rationale Beurteilung einer neuen
technischen Lösung erforderlichen Informationen vollständig zu verarbeiten. Damit gewinnen "emotionale Marktleistungen" der
Anbieter zunehmend an Bedeutung. Zu diesen zählen Image, Glaubwürdigkeit,
Sympathie und weitere "Soft-factors", die es zu kommunizieren
gilt. Die Gewichtsverlagerung auf immaterielle Entscheidungskriterien
beschleunigt sich, weil auf einem sehr hohen technologischen Niveau der
Spielraum für nur auf technischen Fakten beruhende Produktdifferenzierung
zunehmend enger wird.
Überholtes
Weltbild bremst offensive Entwicklung
In
Technologie-Unternehmen und Forschungsinstitutionen sind immer noch häufig
Vorbehalte und Vorurteile hinsichtlich offensiver Kommunikation
festzustellen. Typische "Glaubenssätze" dieser Kategorie sind:
-
Was
technisch gut ist, setzt sich auf dem Markt auch
ohne grosse Kommunikationsanstrengungen durch.
-
Unsere
Marktleistungen richten sich nur an Fachspezialisten.
Ausschliesslich auf diese stimmen wir das fachtechnische Niveau,
den Stil und die Medienwahl unserer Informationstätigkeit ab.
-
Technologie
ist auf seriöse Weise nicht in leicht verständlicher
Form darstellbar.
-
Die
Publikumsmedien sind an konstruktiven Informationen über
Technologie ohnehin nicht interessiert.
Dass
Technologieanbieter, die ihr Verhalten immer noch nach solchen
"Glaubenssätzen" ausrichten, ihre eigenen Erfolgschancen
mindern, beweist die Praxis laufend.
Überleben
im Kommunikations-Dschungel
In
der heutigen enormen Informationsflut stehen alle Kommunikationsmittel wie
Presseinformationen, Fachartikel, Kundenzeitungen, schriftliche
Werbemittel oder Internetsites in einem harten Konkurrenzkampf. Der unter
Zeitdruck stehende Leser/Betrachter überfliegt die Inhalte eines Mediums
im Bewusstsein, dass der geringste Teil der dargebotenen Information für
ihn von Interesse ist. In dieser wenig engagierten Haltung betrachtet er
nur das näher, was ihm ausgesprochen in die Augen springt und seine
Aufmerksamkeit auf sich zieht. Werbeforscher bezeichnen diese Haltung als
low involvement - also geringes Engagement, geringe Betroffenheit. Nur mit
in Sekundenbruchteilen wahrnehmbaren attraktiven Signalen zieht eine
Mitteilung die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich und bewegt ihn dazu,
sich dem Inhalt zuzuwenden. Mitteilungen, die in dieser Blitz-Selektion
durchfallen, bleiben unbeachtet – auch wenn sie für den Leser höchst
interessante Informationen bergen, die sich ihm jedoch erst bei
eingehender Auseinandersetzung erschliessen würden. Der überwiegende
Teil der Kommunikationsmittel für Technologie wird aber heute noch
ausschliesslich im Hinblick auf eine intensivere Zuwendung des Lesers
optimiert. Je einfacher eine Materie ist, umso leichter lässt sich dafür
mit wenigen blitzartig kommunizierbaren Signalen Aufmerksamkeit wecken.
Technologiekommunikation mit komplexeren Inhalten stellt in dieser
Hinsicht hohe Anforderungen, die jedoch mit geeigneten Vorgehensweisen zu
meistern sind.
Das
Instrumentarium der Wahrnehmungspsychologie
Ein
probates Mittel, Adressaten in einer Low-involvement-Situation
augenblicklich zu aktivieren, ist ein attraktives Bild. Bilder werden
ganzheitlich und damit schnell wahrgenommen. Sie eignen sich auch
besonders, um Emotionen zu vermitteln. Weitere Elemente, die einen
Adressaten aus seiner passiven Haltung herausreissen, sind Neugier
weckende Titel und Zwischentitel sowie ihn interessierende Reizwörter am
Anfang des Textes.
Wenn
es gelungen ist, den Leser zu aktivieren, gilt es anschliessend, die
geweckten Lesererwartungen sofort zu erfüllen. Was für den Leser
interessant ist, soll er im Text rasch finden können. Durch geschickte
Gliederung erleichtern wir zeitsparendes selektives Lesen. Eine verständliche
Darstellung des Inhalts und eine attraktive stilistische Gestaltung des
Textes motivieren zum Weiterlesen. Das Lesen eines Textes erfordert neben
Zeit auch ein bestimmtes Ausmass an geistiger Energie. Beides setzt der
mit Informationen überflutete Leser sehr selektiv für ihn interessierende Inhalte ein.
Betroffenheit
bewusst machen
Was
uns oder unsere soziale Umgebung betrifft, was uns nahegeht, das
interessiert uns. Betroffenheit kann positive Emotionen wie
Nutzenerwartungen und Hoffnungen zeitigen oder negative wie Unbehagen oder
Angst. Technik und Wissenschaft bestimmen unser Leben in allen Bereichen
zunehmend stärker. Jeder ist von ihren Auswirkungen positiv oder negativ
betroffen. Es gibt deshalb kaum ein Technologie- oder ein Forschungsthema,
bei dem sich nicht mindestens durch das Aufzeigen längerfristiger
Perspektiven auch in der breiten Bevölkerung Betroffenheit bewusst machen
lässt. Technologiegegner bedienen sich häufig sehr effizient und in der
Regel offensiv der Möglichkeiten, negative Betroffenheit aufzuzeigen.
Technologie-Befürworter dagegen kommunizieren meist defensiv und mit rein
rationalen Argumenten, die in einem bereits emotional aufgeheizten Klima
kaum mehr Wirkung zeitigen.
Technologie
verständlich vermitteln
Voraussetzung
für die Wirksamkeit einer Botschaft ist, dass sie der Empfänger
versteht. Technologie-Spezialisten, die Kommunikationsaufgaben wahrnehmen, richten sich häufig – bewusst oder unbewusst
– auf das Verständnisniveau von Fachkollegen aus. Wer dieser
Insider-Gruppe nicht angehört, hat Schwierigkeiten, ihre Botschaft zu
verstehen. Daraus schliessen die Autoren dann irrtümlicherweise, Laien seien grundsätzlich nicht in der Lage, Informationen
über Technologie und Forschung zu verstehen. Ein kreativer Aspekt der
Technologie-Kommunikation ist gerade, dem Nicht-Fachspezialisten neue
Inhalte so darzubieten, dass diese in seine "Gedankenwelt"
integrieren kann. Bildhafte Beschreibungen, Beispiele und Analogien können
hilfreich sein, um das Anknüpfen an Vertrautes zu erleichtern.
Selbstverständlich darf die Anknüpfung auch nicht durch die Wortwahl
beeinträchtigt werden. Den Zielpersonen nicht geläufige Begriffe sind möglichst zu vermeiden oder
mindestens verständlich zu erklären.
Auch
Spezialisten sind Laien
Die
Erfahrung lehrt: Auch ein Naturwissenschaftler oder Ingenieur, der sich
mit einem bestimmten anspruchsvollen Technologie-Spezialbereich nicht professionell befasst, ist in Bezug auf diesen als
Laie zu betrachten. Erst recht gilt dies, wenn er zum Beispiel als Leiter
einer Forschungsinstitution oder als Manager eines Industrieunternehmens
die Technologieentwicklung weniger im Detail, aber mit umso grösserer
Entscheidungskompetenz verfolgt. Der zeitraubenden, anstrengenden Lektüre
einer hochspezialisierten, schwer verständlichen Abhandlung über ein für
ihn auf den ersten Blick eher peripheres Thema wird er sich auf der
Bahnfahrt oder während des Fluges zu einer Sitzung oder in einer kurzen
Arbeitspause kaum zuwenden. Anhand fundierter, prägnanter und rasch
erfassbarer Darstellungen dagegen ortet er schnell und mühelos, wo sich für
ihn interessante Entwicklungen abzeichnen. Weitere Informationen holt er
sich dann direkt an den Quellen – das ist effiziente
Technologie-Kommunikation. Für Laien verständliche Informationen über
komplexe Themen lassen sich durchaus so gestalten lassen, dass sie auch
den Informationsbedürfnissen qualifizierter Adressaten gerecht werden.
Kooperation
mit Publikumsmedien
Leider
sind Technologieschaffende häufig weniger engagierte Kommunikatoren als
die Technologiekritiker. Die Medien wären aber auf fundierten
Informations-Input angewiesen. Denn die wenigsten Redaktionen verfügen über
personelle Ressourcen, um komplexe Technologie-Themen von Grund auf zu
bear.beiten. Unsere Erfahrung zeigt, dass auch Publikumsmedien an
mediengerecht aufbereiteten Beiträgen über Technologie und Forschung interessiert sind. Denn
Technologie wird das Leben in unserer Gesellschaft zunehmend prägen.
Faszinierende
Kommunikationsaufgabe
Technologiekommunikation
– ob sie Marketingzwecken dient oder zum Beispiel wirtschaftspolitische
Ziele anvisiert – erzielt ganz offensichtlich zu einem grossen Teil die
erwünschte Wirkung nicht. Kommunikation in einem Spannungsfeld, das geprägt
ist durch komplexe technisch-naturwissenschaftliche Sachverhalte, starke
positive und negative Emotionen, unterschiedliche Mentalitäten und
Weltbilder der Technologieschaffenden, der Technologienutzer und der von
Technologiefolgen Betroffenen ist eine extreme Herausforderung. Als Gesprächspartner der Technologieschaffenden müssen
Kommunikationsfachleute technologische Fakten und Zusammenhänge verstehen und in Argumente umsetzen, die Akzeptanz, Interesse
sowie Kauf- oder Investitionsbereitschaft auslösen. Hierfür müssen sie
in der Lage sein, die Sprache der Technologieschaffenden zu verstehen, die
richtigen Fragen zu stellen und sich in die Materie hineinzudenken, um
Zusammenhänge zu erkennen. Nur auf dieser Grundlage lassen sich die
Fakten, unter Berücksichtigung aller rationalen und emotionalen Aspekte,
zielgruppengerecht vermitteln und schliesslich optimale
Kommunikationswirkungen erzielen.
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